Viele Gründe die Welt zu retten: 3. Weniger und besseres Fleisch essen

Kapitel 3 :     Weniger und besseres Fleisch essen

Viehzucht ist ein viel größeres ökologisches Problem als die meisten Menschen annehmen. Tiere brauchen viel Platz, Futter und ein großes Treibhauspotenzial (entsprechend 18 % des von Menschen verursachten Treibhauseffekts). Dieses Treibhauspotenzial ist größer als das des gesamten Transportsektors – also Autos, Eisenbahnen, Schiffe und Flugzeuge zusammen. Dazu tragen die Rinder durch das von ihnen ausgestoßene Methangas bei, dessen Treibhauspotenzial  20 mal größer ist als beim CO2. Jedes Rind produziert täglich 6000 Liter CO2. Soviel Treibhausgas emittiert ein sparsamer Kleinwagen auf 100 km Fahrt. Die Viehwirtschaft trägt auch zu anderen Umweltbelastungen bei, in den USA beispielsweise zur Hälfte der Bodenerosion, außerdem geht die Hälfte des Antibiotika- und ein Drittel des Pestizid-Einsatzes auf ihr Konto.

Klimaerwärmung ist nicht das einzige Umweltproblem, das durch Fleischkonsum  verschärft wird. Tierhaltung braucht auch sehr viel Wasser. Pro erzeugter Kilokalorie benötigt Fleisch etwa zehn mal mehr Wasser als pflanzliche Nahrung.

Wie wichtig ist mein Fleischverzehr neben der Klimarelevanz für die Gesundheit? Mehr als 500 Gramm rotes Fleisch und daraus hergestellten Fleischwaren wie Wurst, Schinken und Salami pro Woche sollten es nicht sein. Unter rotem Fleisch versteht man Rind- und Kalbfleisch sowie Lamm- und Schweinefleisch. Fisch und Geflügel zählen nicht dazu.

Warum rotes Fleisch nicht gut für das Herz ist.

Rotes Fleisch schadet den Blutgefäßen und erhöht damit das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Rotes Fleisch enthält viel L-Carnithin. Manche Bakterien im Darm eines Menschen haben es sprichwörtlich zum Fressen gern und bauen es in einen Stoff um, der Arterienverkalkung in den Blutgefäßen fördert. Die Folge kann ein Herzinfarkt sein, weil sich in diesen Blutgefäßen eine entzündete, verengte Stelle bildet, die das Blut im Herzen nicht mehr in erforderlicher Menge zirkulieren lässt. Herzzellen sterben ab. Je mehr, desto schwächer ist der Herzmuskel danach.

Was rotes Fleisch sonst noch so macht mit unserem Körper.

  • Es erhöht das Risiko, an Altersdiabetes, dem Diabetes Typ 2, zu erkranken.
  • Menschen, die mehr als ein Pfund Fleisch pro Woche essen, können einen Gichtanfall erleiden. Man nennt diese Gicht auch Wohlstandsgicht. In Hungerzeiten wie im Krieg gab es diese Krankheit fast nicht.
  • Der Verzehr von Lamm-, Rind- und Schweinefleisch begünstigt außerdem manche Krebsarten. Vor allem für die Vorbeugung von Darmkrebs ist es ratsam, weniger Rind- und Lammfleisch zu verzehren.

Ein Trost: Ein schwäbischer Rinder-Zwiebelrostbraten im Sinne des guten alten Sonntagsbratens ist also drin, aber bitte nicht so scharf angebraten.

Tipp: Genießen Sie Fleischpfannen mit Pilzen oder Paprika „verlängert“ wie z.B. Geschnetzeltes mit Champignons, Chili con carne, Maultaschen mit verschiedenen Füllungen, gefüllte Paprika mit Fleisch-Reisfüllung. Versuchen Sie, Ihren Wurstverzehr einzuschränken.

Die „gesundheitliche Musik“ wird auch noch von Ihren vielfältigen Gemüse- und Linsengerichten, dem täglichen Obst, der Milch und den Milchprodukten und natürlich unseren Spätzle gemacht. Gemäß unserem schwäbischen Leitspruch „Nomme nix übertreibe“ machen wir es mit dem roten Fleisch.