Solarstammtisch mit Martin Falger von der Firma wusoa und Dr. Walter Häcker zu den Kleinbiogasanlagen für Rest- und Abfallstoffe.

Beim Solarstammtisch des FEEWi zum Thema Kleinbiogasanlagen für Rest- und Abfallstoffe ging es um die Strom- und Wärmegewinnung aus Biogas. Gegenüber der PV- und Windtechnologie ist der entscheidende Vorteil beim Biogas, dass Biogas effizient speicherbar und mit bestehenden Technologien und Infrastrukturen oft ohne große Anpassung direkt einsetzbar ist.Bei der Gewinnung von Biogas aus Rest- und Abfallstoffen wird zudem der am häufigsten geäußerten Kritik an Biogas begegnet – es würde die „Vermaisung“ ganzer Landschaften bedingen: „Getreide, auch Mais, ist Nahrungsmittel und gehört auf den Teller, nicht in den Tank!“

Um die Gewinnung von Biogas aus Rest- und Abfallstoffen auch für kleine Landwirtschaftsbetriebe wirtschaftlich zu gestalten und somit einen positiven Umweltbeitrag zu leisten, hat die neugegründete Ingenieursfirma wusoa GmbH  (Wärme und Strom ohne Atom)  den Aufbau von Biogasanlagen von Grund auf neu gedacht. Die Kleinbiogasanlagen der wusoa  GmbH sind für Landwirtschaftbetriebe mit 12-70 Kühen konzipiert. Das gewonnene Gas kann entweder direkt verwendet werden – zum Kochen, Heizen oder Betanken von Kraftfahrzeugen – oder mittels eines Blockheizkraftwerks in Strom und Wärme verwandelt werden. Die wusoa GmbH setzt sich für eine Befütterung der Kleinbiogasanalgen mit mindestens 80% Gülle und Mist ein. Dies zum einen, weil der Landwirt somit sich weiterhin auf seine Landwirtschaft konzentrieren kann und nicht zum Produzenten von Energiepflanzen wird und zum anderen, weil er somit die höchste Einspeisevergütung für Biogas (0,25 € pro KWh) erhält. Da der Fokus nur auf Anlagen mit maximal 70 KWh gelegt wird, ist sichergestellt, dass sich durch die Zufahrtswege (bspw. für Substratlieferanten) die Energiebilanz nicht ins Negative verkehrt. In jedem Fall ist eine Einzelprüfung erforderlich. Es sind auch keine großen Biogasanlagen mit dem weiten Einzugsbereich eines Landkreises (System „Biotonne“) notwendig. Bei Entfernungen von 25 km zwischen Biogasanlage und Biotonnen-Standorten ist die Nachhaltigkeit der Stromproduktion nicht mehr gegeben.

Das Start-up-Unternehmen wusoa GmbH hat daher die dezentrale Nutzung von Rest- und Abfallstoffen zur Gewinnung von Energie konsequent zu Ende gedacht und ein in sich schlüssiges Modul-Konzept entwickelt. Dieses ermöglicht es Landwirten Gülle in einer Kreislaufwirtschaft zu verwerten. Aber auch Gemeinden, Gewerbe und Industrie bietet sich somit die Möglichkeit mit deren anfallenden Rest- und Abfallstoffen ihren Eigenbedarf an Wärme und Strom teilweise oder gar vollständig abzudecken. Spezieller NawaRo-Anbau  („Nachwachsende Rohstoffe“) als Energieträger wird somit überflüssig. Die angebotenen Module leisten zwischen 2,5 und 70 kW elektrisch und 5 bis 109 kW thermisch. Es kann auch Biomethan gewonnen werden, das sich (ab Modul 6) als Biokraftstoff in das Erdgasnetz  einspeisen lässt.

Bionisches Rührwerk

Vorgestellt wurde auch ein zum Patent angemeldetes, ertragssteigerndes bionisches Rührwerk, das sich an den Strömungs- und Verdrängungsverhalten orientiert, wie man es bei Entenfüßen beobachten kann. Damit ließe sich der derzeit vorherrschende, energieaufwendige und substratschädigende Einsatz von Propellern (wie man sie von Schiffen kennt) auch in bereits vorhandenen Biogasanlagen ablösen. Durch die dreidimensionale Durchmischung kann das bionische Rührwerk den Energieaufwand zum Rühren von Substraten um bis zu 70 % senken.