Solarstammtisch mit Christian Dinger zur Wasserkraft

Beim Solarstammtisch des FEEWi ging es um Kleinwasserkraftanlagen und ihre Möglichkeiten.   Christian Dinger aus Ottenhöfen im Schwarzwald sprach über die Wasserkraft und die Nutzung lokal vorhandener Wasserenergiepotenziale. Der Wasseranlagenbauer hat im Vorjahr in Plüderhausen die Peltonturbine installiert , die den durch das Schurwaldgefälle entstehenden Wasserdruck der Versorgungsleitung der Landeswasserversorgung nutzt. Sie erzeugt  lokal, abgasfrei, verlässlich und wirtschaftlich Strom. Der Firmenchef  hat weltweit zahlreiche Wasserkraftanlagen gebaut, maßgeschneidert für die jeweils vorhandenen lokalen Verhältnisse.

Fischtreppe

Christian Dinger bemängelte, dass es in Deutschland entgegen anders lautender Lippenbekenntnisse erhebliche Vorbehalte gegenüber der Wasserkraft gibt. Die Messlatten der Landratsämter liegen hoch, was etwa Fischtreppen anbelangt. Dies bestätigte auch der anwesende Müller Jochen Hahn von der Hahn’schen Mühle in Schorndorf, der beim Neubau eines 160 KW – Kraftwerks nun eine 80 Meter  lange Fischtreppe braucht. Die Schweiz, so Dinger sei gegenüber der Wasserkraft wesentlich aufgeschlossener.  Wer hierzulande eine Wasserkraftanlage bauen möchte , dem ist es nur möglich,  wenn  eine Altanlage besteht, die modernisiert und ausgebaut werden könne.  Wasserkraft nutzt Gefälle. Um zu verdeutlichen , wie viel Energie in einer Kilowattstunde steckt, brachte  Dinger das   Beispiel, dass dafür 1000l Wasser 450 Meter den Berg hinunter fließen müssen. Eine geringe Fallhöhe lohnt nur,  wenn größere Wassermengen durch eine Turbine strömen.

Die lokal oft vorhandenen Energiepotenziale sollten politisch gefördert werden wie etwa in Plüderhausen, wo eine Trinkwasserfallleitung bei einer Fallhöhe von 152,2 Meter  jährlich ca. 140 000 KWh Strom ökologisch erzeugt. Trotz des bescheidenen Preises, den die Gemeinde Plüderhausen am Strommarkt erzielt, ist  eine solche Anlage in etwa 9 Jahren amortisiert  bei Gesamtkosten von 100 000 €. Die Peltonturbine funktioniere in der Regel 75 Jahre lang. Dinger betonte,  dass auch Kleinwasserkraftanlagen durchaus  ihren Beitrag zur Energiewende leisten können.

Peltonturbine

In Winterbach will nun die Gemeinde von Christian Dinger drei Wasserkraftprojekte untersuchen lassen. Bei der Kläranlage könnte  durch die Nutzung des Gefälles zur Rems Strom für die Kläranlage produziert werden. Beim Stausee wäre Strom für das Freibad zu gewinnen.  Beim Hochbehälter Sterrenberg könnte eine Peltonturbine den Hochdruck aus der Leitung der Landeswasserversorgung nutzen und Strom ins öffentliche Netz einspeisen.

Dinger betonte dass unsere Gesellschaft durch die Nutzung regenerativer Energien spart. Die Entsorgung der Kernenergieabfälle sei ungleich teurer .  Wenn die Rücklagen der Energieunternehmen nicht ausreichen,  bezahle dies der Steuerzahler. Wer weltweit Flüchtlingsströme wegen des Klimawandels vermeiden will,  müsse  auf allen Ebenen neu nachdenken und gegensteuern. Das beginnt schon bei den Kleinwasserkraftanlagen.