Solaranlagen

Solarthermische Anlagen ermöglichen Produktion von Wärme für Warmwasser bzw. Heizungsunterstützung entsprechend der Sonneneinstrahlung, die mit der Sonnenscheindauer erfasst werden kann.

Sonnenscheindauer und Solarertrag 2008 – 2013

Die solarthermische Anlage sparte in den letzten 6 Jahren jährlich im Durchschnitt 22,3 % an Gas ein oder anders betrachtet nach fünf Jahren wurde ein Jahr Heizkosten für fossile Energie ersetzt durch Solarthermie.

Der Stromertrag in der Photovoltaik-Anlage schwankt ebenfalls entsprechend der Sonneneinstrahlung. Das sonnenarme Jahr 2013 hatte nur 93 % der langjährigen Sonnenscheindauer und es wurden nur 88% des durchschnittlichen Stromertrags der 3 Jahre 2011 – 2013 erreicht. Dabei lag der Stromertrag  des sonnenreichen Jahres 2011 um 24 % über dem Stromertrag des sonnenarmen Jahres 2013.

Stromverbrauch mit PV-Anlage Jan 11 – Dez 13

Vom produzierten Strom wurden 29 % als Eigenstrom im Haushalt verbraucht und 71 % ins Stromnetz eingespeist. Diese Strommenge übersteigt die von  den Schönauer Stromrebellen (EWS Schönau) bezogene externe Strommenge (Fremdbezug) um 44,8 %. Insgesamt betrachtet ist dieser Haushalt mit 3,6 KWp auf einer Solarfläche von 21,3 Quadratmetern hinsichtlich des Stroms mehr als erforderlich sich selbst versorgend.

Die Entwicklung der Solaranlagen in Winterbach seit 1996 zeigt ein schon seit einigen Jahren anhaltendes Wachstum dieser wichtigen erneuerbaren Energie.

PV-Anlagen mit Eigenverbrauch  können hier ausgewertet werden.

In Winterbach sind mittlerweile 155 PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 1501 kWp in Betrieb. Seit  3 Jahren auch ca. 15 Anlagen mit Eigenverbrauch (gewerblich oder privat). Bis dahin musste der produzierte Strom komplett ins Netz eingespeist werden. Bei dem gutbesuchten Solarstammtisch am 16. Januar 2014 wurde über interessante Erfahrungen bezüglich Gestehungskosten der  Photovoltaik – Anlagen , Einspeisevergütung, Fremdbezug und Höhe des Eigenverbrauchs  berichtet:

Dazu einige Beispiele:

  • Seit 2002 läuft eine Anlage mit 2,4 KWp ohne Netzanschluss mit 100% Eigenverbrauch bei einem Wohnhaus am Hungerberg. 12 LKW-Batterien dienen als Speicher und für zusätzlichen Strombedarf  (z.B. Trinkwasserpumpe) gibt es ein Aggregat. Über einen Wechselrichter wird der Gleichstrom der Batterien (40,32 KWh) auf 220V transformiert. Die Gestehungskosten liegen bei dieser „Insellösung“ seit Bestehen bei jährlich 750  € oder täglich 2 €. Die Kombination von Photovoltaik und Speicherung rechnet sich also und wenn der gespeicherte Strom zu Ende ist, dann geht man zeitig zu Bett .
  • Die PV-Anlagen unterscheiden sich nach Solarfläche,  abnehmender Einspeisevergütung und Gestehungskosten. Speicher sind einige geplant, wobei die Kosten als noch zu hoch angesehen werden. Für eine Bleibatterie mit 7,4 KWh müssen 7500 € und für eine Lithium-Batterie 9111 € angelegt werden. Bei 10 Jahren Laufzeit  können  so 46 ct je KWh anfallen.
  • Folgende Werte des Eigenverbrauchs wurden unter verschiedenen Produktionsbedingungen erreicht:  66% , 62%, 57%, 17%, 25%, 26%, 29%. Im Durchschnitt ergeben sich annähernd  40 %  Eigenverbrauch. Dabei sind noch keine Speicherlösungen neben der Insellösung verwirklicht. Zwei Drittel Eigenverbrauch sind in naher Zukunft möglich.

Nicht vergessen werden sollte, dass die Photovoltaik von natürlichen Einflussgrößen wie der Sonnenscheindauer abhängig ist. Im Jahr  2011 waren es 2047 Stunden, 2012 dann 1837 Stunden und 2013 schließlich 1566 Stunden (bei einem langjährigen Mittel von 1692 Stunden). Die Erträge variieren bei einer Gesamtleistung der PV-Anlage von 3,6 KWp entsprechend:  2011   4433 KWh,  2012  4155 KWh  und 2013  3576 KWh.

Insgesamt lässt sich feststellen, dass bei sinkender Einspeisevergütung, steigenden Stromkosten, und infolge sinkender  Anlagenkosten, sich neue Photo-Voltaik-Anlagen mit möglichst  großem Eigenverbrauch trotzdem  lohnen. Wenn auch die finanzielle Rendite bescheiden ausfällt, so hat die eigene Stromerzeugung mit möglichst hohem Eigenverbrauch eine hohe ökologische Rendite.