Humusaufbau gegen Klimawandel mit Terra Preta

Bericht von der Veranstaltung des FEEWi über Terra Preta mit Gerald Dunst (Österreich).

Am 1. Oktober 2018 waren in der Kelter um 19.30 Uhr alle Plätze besetzt. Viele Interessierte waren zu der Veranstaltung des FEEWi über die Terra Preta mit Gerald Dunst gekommen. Er ist Fachmann seit Jahrzehnten im  biologischen Landbau, insbesondere im Bereich Humusaufbau und der Kompostherstellung und seit 2008 intensive Beschäftigung mit Terra Preta. Sein Vortrag war sehr engagiert und überzeugend. Und so zeigte die sehr lebhafte Diskussion, dass das Thema bei den Zuhörern angekommen war.

Der Klimawandel findet jetzt schon statt. Ein nicht unerheblicher Anteil unserer Ackerböden verliert ständig Humus. Es gibt aber sehr erfreuliche Versuche in Österreich und in Bayern in der Bio-Landwirtschaft mit Terra preta dem entgegenzuwirken.

Terra Preta  (portugiesisch: schwarze Erde) wurde vor wenigen Jahren im Amazonasgebiet wieder entdeckt. Vor 5000 Jahren hatten die Indios aus Küchen- und Gartenabfällen mit Holzkohle der Feuerstellen eine äußerst fruchtbare Humuserde hergestellt. Der Kohlenstoff, der in diesen Abfällen enthalten ist, wird dauerhaft im Boden gebunden, ist also der Atmosphäre entzogen und trägt so zur Minderung des Klimawandels bei. Der humusreiche Boden bindet – pro Hektar und Jahr ca. 10 Tonnen Kohlenstoff. Durch ihre poröse Struktur verfügt die Kohle über eine große Oberfläche. Hier können sich Mikroorganismen ansiedeln, Nährstoffe und Wasser werden gespeichert (wichtig bei Starkregen oder Trockenzeiten). Es gibt keine Auswaschung von Nitrat ins Grundwasser. Die Pflanzen sind gesund und brauchen keinen weiteren Dünger. Außerdem erhöhen sich die Ernteerträge.

Dauerhafte CO2 – Bindung ist erst bei Humusgehalten ab 5 % möglich. Unsere Böden haben oft nur 1 – 2 % Humus. Wir befinden uns schon im Klimawandel und müssen dringend handeln. Terra Preta ist eine Möglichkeit dazu.

Dazu wurde in der Ökoregion Kaindorf in der Steiermark das gemeinsame Humusprojekt entwickelt. Hier wird erstmals der gewonnene stabile Kohlenstoff des Bodens erfasst und sehr exakt gemessen. Nach einigen Jahren werden die Felder überprüft und man kann sehr genau sagen, ob Kohlenstoff im Boden stabil angereichert worden ist oder nicht. Anhand dieser Messergebnisse können dann tatsächlich CO2 – Zertifikate für den freiwilligen Handel ausgestellt werden www.oekoregion-kaindorf.at

Wenn die Grundsätze der ordnungsgemäßen Kompostierung eingehalten werden, kommt es zu keinen nennenswerten klimarelevanten Emissionen – im Gegenteil ! Humus ist die vergessene Klimachance unter unseren Füßen. Wir beachten viel zu wenig die Zusammenhänge zwischen Bodenleben (Mikroorganismen), Bodenqualität, Landwirtschaft und Klimaveränderung. Richtiges Kompostieren ist aktiver Klimaschutz!

In seinem Vortrag erläuterte Herr Dunst, auf welche Weise rückstandsfreier Kohlenstoff aus pflanzlichen Resten hergestellt werden kann. Es gibt auch einfache Methoden, um selbst Pflanzenkohlenstoff zu erzeugen. Schon durch richtig hergestellten Kompost wird Kohlenstoff im Boden gebunden. Dies wird aber durch Terra Preta noch deutlich gesteigert. Humus speichert CO2 . Viele  äußerten den Wunsch, sich mit dem Thema weiter zu beschäftigen.

„ Die beste Erde unter der Sonne“ www.sonnenerde.at  Durch Kompostieren unter Zusatz von Pflanzenkohle wird Kohlenstoff in Form von Humus gebunden, anstatt freigesetzt. Damit entlastet Terra Preta die Atmosphäre unseres Planeten.

https://www.sonnenerde.at/de/ueber-uns/geschichte/

Weiterführende Literatur über  Gerald Dunst:

Die Humusrevolution von Ute Scheub oekom – Verlag ISBN 9 7838 65 818386

Terra Preta von Ute Scheub oekom – Verlag ISBN 9 783962 380267

Kompostierung und Erdenherstellung von Gerald Dunst ISBN 978-3-9503088-1-5

Humusaufbau von Gerald Dunst ISBN 978-3-9503088-0-8