6.) Soziale Balance schafft Akzeptanz und Wohlstand

Der soziale Ausgleich betrifft Chancengleichheit und Freiheitsvoraussetzungen wie gute Ausbildung, Gesundheit, Rentensystem, Schutz vor Not sowie leistungsfähige Institutionen und schafft Wohlstand. Sozialer Ausgleich ist also kein Luxus, den sich nur reiche Staaten leisten können.

Die schwächsten 80 Prozent einer Bevölkerung sollten mindestens über die Hälfte des Durchschnittseinkommens verfügen. Das entspricht in etwa der europäischen Armutsdefinition und entspricht einem balancierten Niveau sozialen Ausgleichs.

Sozialer Ausgleich bedeutet dabei nicht primär die Finanzierung einer „sozialen Hängematte“ für Leitungsverweigerer („Ich studiere auf Hartz IV“), sondern wie schon von Ludwig Erhard herausgearbeitet von allen Investitionen in Bildung und Entwicklung und allen humanen Potenzialen. Sozialer Ausgleich bringt eine Bevölkerung auf ein hohes Ausbildungsniveau und eröffnet ihr den Zugang zu einer vernünftigen Infrastruktur. Das muss auch die Kinder ärmerer Eltern einschließen, was eine substanzielle Querfinanzierung über das Ausbildungssystem und seine Finanzierung beinhaltet. Das ist der vielleicht wichtigste Beitrag des sozialen Ausgleichs.

Was droht, wenn die ökosoziale Wende nicht gelingt ?

Das Dreieck der Ökosozialen Marktwirtschaft steht stabil, wenn seine drei Dimensionen Ökologie, das Soziale und die Marktwirtschaft durch die Nachhaltigkeit in Balance zueinander stehen. Was passiert, wenn eine der drei Dimensionen wegbricht ?

  1. Ökologischer Kollaps

Überstrapaziert man Ökosysteme, dann kann man, wenn der  Schock eingetreten ist , nicht einfach zum Status quo zurückkehren. Wie im Konzept der Planetengrenzen dargestellt, kommt es darauf an, ob man gewisse absolute Grenzen der Belastung respektiert hat oder nicht.

  1. Vernachlässigung der sozialen Seite

Viele wirtschaftsorientierte Fachleute argumentierten für eine konsequente Förderung der Wirtschaft, auch für konsequenten Umweltschatz- aber in der sozialen Frage sind sie blind. Wenn eine kleine Elite in staatlich regulierten Märkten die meisten Menschen als Unterklasse „einmauert“, dann entsteht eine Zweiklassengesellschaft, durchgesetzt über die Kontingentierung knapper Ressourcen. Es ist ein Armutsregime neofeudalen Charakters für die große Mehrheit der Bevölkerung unter Bedingungen von Märkten zugunsten einer Elite. Die Demokratie wird ausgehebelt und es bleibt nur eine formale Hülle. Die Interessen der großen Mehrheit der Menschen werden ignoriert.

  1. Wegbrechen der Marktdimension

Ein sehr extremes drittes Szenario des Versagens der Nachhaltigkeitsbalance ist das Wegbrechen der Marktseite. In einer planwirtschaftlichen Situation würde man rigide die Umwelt schützen und das wenige, was dann noch produziert wird, einigermaßen sozial gerecht verteilen. Die Freiheit in den Märkten und der Politik käme nicht zum Zug, sodass Armut um sich greift anstelle von Wohlstand.