5.) Worin besteht die Fundamentalidentität der ökosozialen Bewegung?

In der Kombination der beiden Systemelemente Markt bzw. Wohlstand  einerseits und der Nachhaltigkeit andererseits. Wesentlich ist die Innovationskraft der Märkte zur Effizienzsicherung und Regelsetzung mit dem Ziel der langfristigen Nachhaltigkeit in ökonomischer, sozialer und ökologischer Sicht. Die aktuellen Verhältnisse sind zwar marktbasiert, aber nicht nachhaltig, eher das Gegenteil – auf dem Weg ins Desaster.

Die kulturelle Sphäre ist Teil der Nachhaltigkeitsdiskussion. Kultur lässt sich wie die Zivilisation als Oberbegriff sehen. Das Dreieck der Nachhaltigkeit wird von den Kulturen und Zivilisationen austariert. Das World Culture Forum hat im Oktober 2009 ein Ökosoziales Manifest geschaffen mit zehn Wünschen und Forderungen an die Regierungschefs der G-20 für eine Neuverortung der ökonomischen Sphäre als Teil der Kultur ganz in der Tradition des Club of  Rome und der Welt-Ethosbewegung.

Teil 1: Thematische Positionierung

  1. Kulturen als Letztinstanz (Ethik und das Ausbalancieren der Kräfte und Antriebe)
  2. Zentrale Prinzipien (Freiheit und Solidarität, Verantwortung für die Natur u.a.)
  3. Rolle der Ökonomie (Teil aller Kulturen und Zivilisationen, befördert Innovation)
  4. Erforderliche Grenzen für die Ökonomie (Kultur lenkt in die richtigen Bahnen)
  5. Eine zukunftsfähige Ordnung für die Weltökonomie (ökosozial statt marktradikal !)

Teil 2: Die G – 20 als Hoffnungsträger

  1. Die neue Rolle der G-20 ist ein großer Fortschritt (Koordinierungsinstanz weltweit)
  2. G-20 und Weltdemokratie (Zukunft für die Menschen gibt es nur global)
  3. Kritische Themen adressieren (verdeckte Interessen, Steuerparadiese, Entschuldung)
  4. Mutig vorangehen (statt Marktfundamentalismus ökosoziale Marktwirtschaft)
  5. Alte Fragen neu stellen (etablierte Denkgewohnheiten konsequent hinterfragen)

Schlussbemerkung

Die aktuelle Situation ist extrem schwierig und kritisch. Aber in jeder Krise liegt auch eine Chance. Wo die Bedrohungen wachsen, wächst auch das Rettende. Es geht heute darum, die Weltökonomie als Teil einer zu schaffenden ,  zukunftsfähigen neuen Zivilisation der ganzen Welt adäquat zu regulieren. Nach Regeln der Nachhaltigkeit, der Demokratie, der Verantwortung, der Gerechtigkeit und der Freiheit. Die Erfahrungen der großen Zivilisationen und Kulturen sind ein guter Kompass auf dem Weg in eine bessere Zukunft.