4.) Warum lohnt heute die Beschäftigung mit der Ökosozialen Marktwirtschaft ?

Seit 1989 stehen sich der untergegangene Kommunismus und seit 2008 der profitorientierte Kapitalismus und Marktfundamentalismus mit zerstörerischen Auswirkungen auf Wirtschaft, Gesellschaft und Natur gegenüber. Die überholten Ideologien haben ausgedient.
Es gilt Mahatma Gandhis Einsicht: „Die Erde hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier“. Sieben Todsünden der heutigen Welt bewirken den Verlust an ethischer Orientierung:

  • Reichtum ohne Arbeit
  • Genuss ohne Gewissen
  • Wissen ohne Charakter
  • Geschäft ohne Moral
  • Wissenschaft ohne Menschlichkeit
  • Religion ohne Opfer
  • Politik ohne Prinzipien

Die Menschheit ist zurzeit damit beschäftigt, das Klimaproblem zu lösen. Allen Regierungen ist klar, dass die weltweiten CO2-Emmissionen reduziert werden müssen. Keine Einigung besteht, was das für ein einzelnes Land und einen einzelnen Menschen bedeutet.

Die Ordnungsfrage wird im Bereich der Umwelt zur zentralen Frage. Wenn wir die Umwelt  schützen wollen, müssen wir uns weltweit einigen. Wenn wir uns nicht einigen – und auf Gewaltanwendung verzichten – und in der Folge jeder tun darf, was er will, wird es so sein, dass wir in der Summe immer mehr tun von dem, was der Globus nicht aushält. Die Armen werden zu recht tendenziell nachzuholen versuchen, was die Reichen schon immer getan haben – und möglicherweise startet dieser Prozess jetzt auch in einigen nordafrikanischen und arabischen Staaten mit großer Bevölkerung.
Die Frage ist immer: Ist es gut oder schlecht für die Umwelt.

Weltfinanzkrise und Klimakatastrophe sind zweimal der Gau freier Märkte. Zweimal das Fehlen einer adäquaten Global Governance. Unser globales Marktsystem folgt den falschen Signalen. Die weltweite Ökosoziale Marktwirtschaft ist der Schlüssel einer tragfähigen globalen Perspektive zu einer mit Nachhaltigkeit kompatiblen Zukunft für den Wohlstand von zehn Milliarden Menschen. Dies wird im nächsten Kapitel erläutert. Der Schlüssel zur Begründung der beschriebenen Position ist die sogenannte Fundamentalidentität.