2.) Ökosoziale Marktwirtschaft zum Marktfundamentalismus

  • Umwelt zuerst – ganz katastrophale Folgen der Freimarktphilosophie sind heute im Weltfinanzsystem und in der Klimafrage zu beobachten. Die Umwelt nimmt man vielmehr in ihren Gesetzlichkeiten zur Kenntnis und respektiert sie. Umwelt und Ressourcenschonung als entscheidender Fokus ist zentral für die ökosoziale Bewegung.

  • Der Homo oeconomicus ist nicht nur ein Nutzenmaximierer, sondern er wird auch durch seine Emotionen und sein kooperatives Verhalten bestimmt. Die Familie, Kunst, Ästhetik, im Extremfall der Krieg sind alles andere als ökonomisch. Gerechtigkeitsüberlegungen sind schon für Primaten von großer Bedeutung.
  • Soziale Balance ist nicht nur ein Luxusprodukt, sondern eine balancierte soziale Situation bringt den größten Wohlstand und eine vergleichsweise harmonische Gesellschaft hervor. Der soziale Ausgleich sollte Staatsziel auf Verfassungsebene darstellen.
  • Keine Working Poor, die mehrere Jobs für den Lebensunterhalt benötigen. Auswüchse der Globalisierung sollten durch Mindestlöhne und das bedingungslose Grundeinkommen abgefangen werden.
  • Eigentum ist ein gesellschaftliches Konstrukt, das gemeinwohlverpflichtend zu definieren ist. Aus Sicht der ökosozialen Bewegung muss dies auf Dauer am Weltgemeinwohl orientiert sein.
  • Privatisierung darf nicht zur Verschlechterung des Service und zur Verringerung der Löhne führen. Klare Regulierung der  gesellschaftlichen, sozialen und ökologischen Konditionen sollte vorliegen. Sonst vermeidet man zu viel von einem öffentlichen hochwertigen Gut (E.U. v. Weizsäcker ).
  • Neutralität des Finanzsektors ist Unsinn und schadet der Realökonomie. Der Finanzsektor muss strikt reguliert , aber auch adäquat und konsequent besteuert werden.
  • Das Weltfinanzsystem beansprucht wegen seiner vermeintlichen kollektiven Intelligenz, dass es möglichst unreguliert und unbesteuert bleiben müsste.
  • Messung des Wohlstands ist durch das BIP  nicht zuverlässig möglich. Andere Methoden wie der HDI (Human Development Index) eignen sich besser für die Beschreibung des Wohlstands.
  • Ökonomie und Glück werden untersucht. Geld allein macht nicht glücklich. Sicherheit, Stabilität und Balance  sind für das Glück von enormer Bedeutung. Das sind  typische Themen des ökosozialen Paradigmas.
  • Staat und Marktversagen gefährden die nationale Demokratie, wenn wichtige Abstimmungen in den „Hinterstuben der Macht“ ausgehandelt werden. Aus ökosozialer Sicht besteht der Markt aus Regulierung plus Wettbewerb. Ein aufgeklärter Wille der Mehrheit kann umgesetzt werden, wobei die Politik jede Legitimation in ökonomische Tatbestände einzugreifen hat.
  • Wettbewerb zwischen den Staaten sollte im Rahmen eines fairen Welthandels stattfinden. Globalisierung und Freiheit bedrohen anderenfalls unsere Zukunft in der Klimafrage wie beim Weltfinanzsystem.