1.) Soziale Marktwirtschaft – Die Wurzel des ökosozialen Marktparadigmas

Was heißt Paradigma ?

Es ist ein Beispiel, Muster, grundsätzliche Denkweise, exemplarisch, mit breiter Anerkennung. Ein heute gängiges Paradigma bezüglich des Autos ist „Freie Fahrt für freie Bürger“. Ein Paradigmenwechsel wäre diesbezüglich „ökologisch ist Feinstaub zu verringern mit Elektrofahrzeugen“.Es wird im Laufe dieses Projekts an vielen Stellen Möglichkeiten zur Umorientierung gemäß ethischer Dimensionen geben. Hans Küng hat bereits 1990 in seinem „Projekt Weltethos“ vor der „Selbstzerstörung der gegenwärtigen Fortschrittsgesellschaft“ gewarnt.

Wie kann dem entgegengewirkt werden ?

Durch strikten, aber fairen Wettbewerb und Vermeidung der Marktübermacht. Schutz der Schwächeren, Partnerschaft und Balance bei der Einkommensverteilung. Soziale Marktwirtschaft hat das politische Konzept des Klassenkampfes durch das Modell der Partnerschaft überwunden. Leistung zu belohnen und solidarisch zu handeln. Weder Kapitalismus noch dem Kommunismus gelingt  die Synthese von Kapital und Arbeit (Ludwig Erhard).

Zu den negativen Folgen der heutigen Form der Globalisierung gehört die zunehmende Kluft zwischen Arm und Reich, die wachsende Ressourcenzerstörung und Umweltbelastung sowie der Brüskierung bestimmter Kulturen, die in der Folge zu einem Nährboden für Gewalt, Terror und Krieg werden können. Im Jahr 2050 wird es 200 Millionen Klimaflüchtlinge geben, wenn hinsichtlich des Klimawandels kein Paradigmenwechsel herbeigeführt wird.

Existenzielle Herausforderungen für die Menschheit im 21. Jahrhundert.

1. Umstieg von einer Zivilisation des Raubbaus auf eine Zivilisation der Nachhaltigkeit mit 10 Milliarden Menschen in 30 bis 40 Jahren.

2. Bevölkerungswachstum wird erhebliche Folgen für die Umwelt haben. Eine ökologisch-soziale Gesamtorientierung der Menschheit wird das Bevölkerungswachstum umfassend verringern durch hohen Wohlstand und Balance, durch mehr Bildung, durch Partizipation der Frauen, durch Bekämpfung der Armut und Schaffung öffentlich organisierter Sozialsysteme.

3. Schaffung einer gerechten Ordnung für eine immer stärker global vernetzte Menschheit. Es geht um menschenwürdige Bedingungen und faire Lebensverhältnisse für alle Menschen auf dem Globus. Das Ziel ist eine friedensfähige Entwicklung auf der Grundlage von Gerechtigkeit. Das Ziel ist Wohlstand und Nachhaltigkeit für die ganze Welt. Sie fallen ordnungspolitisch zusammen mit einer weltweiten Ökosozialen Marktwirtschaft.